Ratgeber · Recht & Bauordnung

Carport-Genehmigung 2026: Was Sie wirklich brauchen

Bundesland-Übersicht, verfahrensfreie Grenzen, Abstandsflächen, Unterlagen — alles auf einen Blick.

Lesezeit: ca. 9 Minuten Aktualisiert: 11.05.2026 Autor: TGA Metal Redaktion

Kurzantwort: In den meisten Bundesländern sind Carports bis 30–50 m² Grundfläche und max. 3 m Höhe verfahrensfrei — Sie brauchen keine Baugenehmigung, müssen aber Abstandsflächen, Bebauungsplan und Grenzbebauungsregeln einhalten. Die Bauanzeige (formloses Schreiben an das Bauamt) ist meist trotzdem empfohlen. Größere oder höhere Carports brauchen eine vollständige Baugenehmigung (4–12 Wochen Bearbeitungszeit).

Aluminium-Carport mit Photovoltaik-Vorbereitung — TGA Metal

„Brauche ich für meinen Carport eine Baugenehmigung?" ist die häufigste Frage, die wir bei TGA Metal bekommen. Die Antwort lautet: kommt drauf an — aber zum Glück ist das Bundesland-Recht inzwischen ziemlich klar. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Größen verfahrensfrei sind, welche Abstände gelten und wann Sie zum Bauamt müssen.

Was bedeutet „verfahrensfrei"?

Die Bauordnung jedes Bundeslandes (BauO/LBO) unterscheidet zwei Kategorien:

Carports fallen je nach Größe in die eine oder andere Kategorie. Verfahrensfrei heißt aber nicht „Wildwest" — bei Verstößen droht Rückbau auf eigene Kosten plus Bußgeld bis zu 50.000 € (je nach Bundesland).

Bundesland-Übersicht: Welche Größen sind verfahrensfrei?

Stand: 2026. Die Grenzen werden alle paar Jahre angepasst — vor Bau immer aktuelle Fassung der jeweiligen Bauordnung prüfen.

BundeslandVerfahrensfrei bisMax. HöheHinweis
Baden-Württemberg30 m² + 100 m Brutto-Rauminhalt3 m§ 50 LBO
Bayern50 m² Grundfläche3 m mittlere WandhöheArt. 57 BayBO
Berlin30 m²3 m§ 61 BauO Bln
BrandenburgImmer genehmigungspflichtig
Bremen30 m²3 m§ 61 BremLBO
Hamburg50 m² + 75 m³3 m§ 60 HBauO
Hessen50 m²3 m§ 63 HBO
Mecklenburg-Vorpommern30 m² + 75 m³3 m§ 61 LBauO
Niedersachsen36 m² + 30 m Länge3 m§ 60 NBauO
Nordrhein-Westfalen30 m² + 75 m³3 m§ 62 BauO NRW
Rheinland-Pfalz50 m²3,2 m§ 62 LBauO
Saarland36 m²3 m§ 61 LBO
Sachsen50 m²3 m§ 61 SächsBO
Sachsen-Anhalt50 m²3 m§ 60 BauO LSA
Schleswig-Holstein30 m²3 m§ 63 LBO
Thüringen40 m²3 m§ 60 ThürBO

Ein typischer Einzelcarport (3 × 5 m = 15 m², Höhe 2,4 m) ist in 15 von 16 Bundesländern verfahrensfrei — Ausnahme: Brandenburg. Ein Doppelcarport (6 × 5 m = 30 m²) ist in Baden-Württemberg, NRW, Berlin, Bremen genau an der Grenze — hier lohnt sich eine Bauanzeige als Schutz.

Abstandsflächen: Wie nah an die Grundstücksgrenze?

Die zweite große Frage. Grundregel der Bauordnungen:

Beispiel: Sie haben eine Garage (5 m lang) direkt an der Grenze. Dann dürfen Sie zusätzlich nur einen Carport mit max. 4 m Länge an dieser Grenze bauen (9 − 5 = 4). Mehr nicht.

💡 Praxistipp: Holen Sie sich vom Nachbarn vor dem Bau eine kurze schriftliche Bestätigung („Ich bin mit der Errichtung des Carports an der gemeinsamen Grenze einverstanden"). Das verhindert spätere Streitigkeiten und ist bei einigen Bauämtern Pflicht.

Was muss ich beim Bauamt einreichen?

Für verfahrensfreie Carports

Streng genommen: nichts. Aber wir empfehlen eine formlose Bauanzeige per Brief oder Mail an das Bauamt:

Damit dokumentieren Sie, dass Sie die Vorschriften kennen und einhalten. Falls ein Nachbar später beanstandet, haben Sie einen Schutzbrief.

Für genehmigungspflichtige Carports

Bauantrag mit:

  1. Bauzeichnung (Grundriss, Ansicht, Schnitt, M 1:100)
  2. Lageplan (M 1:500)
  3. Baubeschreibung
  4. Statischer Nachweis (Standsicherheit, Schneelast)
  5. Auszug Bebauungsplan / Auszug Liegenschaftskataster
  6. Berechnung Abstandsflächen
  7. Nachbarn-Zustimmung (bei Grenzbebauung)

Bearbeitungszeit: 4–12 Wochen. Gebühren: ca. 0,5 % der Bausumme + Verwaltungsgebühren.

Was kostet die Genehmigung?

PostenBei verfahrensfreiBei genehmigungspflichtig
Bauamt-Gebühr0 €40–80 € (0,5 % Bausumme)
Bauantrag durch Architekt0 €500–1.200 €
Statiker (falls verlangt)0 €200–500 €
Vermesser (Lageplan, falls Pflicht)0 €300–600 €
Gesamt0 €1.040–2.380 €

Plant ein verfahrensfreier Carport mit Doppelfunktion (z. B. mit angehängtem Geräteraum, der die m²-Grenze überschreitet)? Dann lohnt sich oft, den Geräteraum als separates Gebäude zu planen — beide bleiben einzeln verfahrensfrei.

Photovoltaik auf dem Carport — Sonderregeln

Eine PV-Anlage auf einem Carport gilt rechtlich als Gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV), wenn sie statisch zum Tragwerk gehört. Wichtig:

TGA Metal liefert Carports auf Wunsch mit verstärktem Tragwerk + vorbereiteten Befestigungspunkten + Kabelkanal für die spätere PV-Installation. Reine PV-Vorbereitung kostet 250–400 € Aufpreis und spart später Hunderte bei der Montage.

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Wir kennen die Bauordnungen aller 16 Bundesländer und helfen Ihnen bei der Planung — Maße, Material, Genehmigungsfragen. Antwort innerhalb von 24 Stunden.

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Häufig gestellte Fragen

Brauche ich für ein Tor / einen Zaun rund um meinen Carport eine Genehmigung?

In den meisten Bundesländern sind Zäune und Tore bis 2 m Höhe (an der Grundstücksgrenze) verfahrensfrei. Vor Häusern oft begrenzt auf 1,5 m. Vorgartenzäune sind in vielen Bebauungsplänen explizit geregelt (z. B. Höhe, Durchsichtigkeit). Vor der Investition: Bebauungsplan beim Bauamt einsehen.

Kann ich später vom Carport zur Garage umbauen?

Eine Umnutzung von Carport zu geschlossener Garage ist immer genehmigungspflichtig, weil sich die rechtliche Qualifikation ändert. Geschlossene Garagen haben strengere Brandschutz- und Lüftungs-Anforderungen. Wenn Sie absehen, dass Sie irgendwann zumachen wollen, beantragen Sie gleich eine Garage — der bürokratische Aufwand ist identisch.

Was passiert, wenn ich ohne Genehmigung baue?

Das Bauamt kann Schwarzbau anordnen: Rückbau auf Ihre Kosten plus Bußgeld bis 50.000 €. Häufiger Auslöser: ein Nachbar beschwert sich. Bei verfahrensfreien Carports passiert das fast nie, sofern Sie die materiellen Vorschriften (Abstand, Höhe) eingehalten haben. Bei eigentlich genehmigungspflichtigen Bauten ist eine Nachgenehmigung möglich — aber teurer als die normale Genehmigung.

Brauche ich einen Statiker?

Für verfahrensfreie Carports nicht. Für genehmigungspflichtige fast immer. Bei industriell vorgefertigten Carports (wie unseren) liegt eine Typenstatik vom Hersteller bei — die ersetzt in vielen Bundesländern den projektbezogenen Statik-Nachweis. Das spart 200–500 €.

Wie lange dauert das Bauamt?

Reine Verwaltungsfrist nach Bauordnung: 6 Wochen. In der Praxis: 8–12 Wochen, in Berlin und Hamburg auch 4–6 Monate. Bei einfachen Projekten kann das vereinfachte Verfahren beantragt werden — dann nur 4 Wochen.

Fazit

Für die meisten Privatkunden mit Standard-Carport-Größen (15–30 m²) gilt: verfahrensfrei, keine Genehmigung nötig, aber Abstandsflächen einhalten und Bebauungsplan beachten. Eine formlose Bauanzeige beim Bauamt ist empfohlen, aber nicht zwingend. Bei Sondergrößen, Photovoltaik-Erweiterung oder Grenzbebauung mit Nachbar-Konflikt: lieber einmal beim Bauamt anrufen — die Bauberatung ist kostenlos und sagt Ihnen in 5 Minuten, ob Sie auf der sicheren Seite sind.